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Bewertung von fondsgebundenen Lebensversicherungen

Verfasst am | Juni 22, 2009 | Keine Kommentare

Wie kommt man zu einer Gesamtwertung einer fondsgebundenen Police? Zu bewerten ist zuvorderst die Fondspalette. Hier kommt es nicht nur darauf an, dass eine große Anzahl von Fonds wählbar sind, sondern dass vernünftige Anlagekonzepte mit renommierten Kapitalanlagegesellschaften realisiert werden können. Wünschenswert erscheint es, dass nicht nur die Fonds der dem Versicherer eigenen oder mit ihm unternehmerisch verbundenen Kapitalanlagegesellschaft aufgenommen werden können. Gefragt ist eine möglichst unabhängig gestaltete Auswahlpalette. Es sollten unterschiedliche Anlagestrategien in Bezug auf die Chancen-Risiko-Abwägung eingeschlagen werden können. Zum Beispiel sollte es möglich sein, gegen Ende der Vertragslaufzeit eine weniger schwankungsreiche Mischung von Fonds zu wählen. Zum guten Ton gehört es heute, wenn gewisse Themenfonds mit technologieorientierten oder umweltorientierten Fondspaletten inkludiert sind. Zu beachten ist weiter, dass zwei Typen von Anlagevehikel üblich geworden sind: mit und ohne laufende Auswahl-Management. Auswahl-Management kann eine teure Dienstleistung mit zweifelhaften Vorteilen sein, wenn es sich neben der verwaltenden Versicherung und den einzelnen Fondsgesellschaften um eine dritte Institution handelt, die separat vergütet werden will. Oft treten diese als sogenannte Fonds-Vermögensverwalter auf, deren Vergütung über eine Gebühr und/ oder eine Beteiligung am Ertrag erfolgt. Beide Positionen gehen letztendlich zu Lasten des Kunden. Über empirische Studien lässt es sich noch nicht eindeutig bestimmen, ob eine feste Fondsstrategie oder ein aktives Management im Endeffekt einen höheren Ertrag bewirkt. Als Lösung für den Kundenanspruch eines professionellen Fondspolicen-Managements bieten sich nur die seit kurzem zugelassenen Dachfonds an. Wichtig unter Kostengesichtspunkten ist, dass die Zielfonds ohne Ausgabeaufschlag eingekauft werden und sich die Kostenstruktur des Dachfonds in vernünftigen Dimensionen bewegt. Der erwartete Ertrag beruht letztendlich auf einer nachweislich guten Managementleistung in Verbindung mit einer qualifizierten und tiefgehenden Analyse der Zielfonds. Es genügt nicht bzw. wäre sogar ein fataler Fehler und eine billige Leistung, lediglich bereits erzielten Performanceergebnissen nachzulaufen. Erforderlich ist eine detaillierte Untersuchung der Zielfonds, so dass eine den Anlagezielen entsprechende Asset AIIocation gebildet werden kann. Die zweite Art von Policen überlässt dem Kunden die Auswahl der Fonds. Ist die Fondspalette der Police gut abgestimmt, dann sollte es dem Kunden in Zusammenarbeit mit seinem Vermittler leicht sein, ein gutes Portfolio daraus auszuwählen. Der Kunde sollte dann dieses Portfolio Iängerfristig beibehalten. Umschichten auf kurzfristige Änderung der Börsenlage hin ist allgemein nicht zu empfehlen, denn die Aktion wird vom unerfahrenen Kunden in der Regel zum falschen Zeitpunkt erfolgen. Er wird sich prozyklisch verhalten, d.h. dann Fonds verkaufen, wenn deren Kurse gefallen sind, und damit Verluste echt realisieren. Genauso wird er sich in schon hoch bewertete Fonds einkaufen und damit Chancen auf Kurssteigerungen aufgeben. Man könnte noch eine dritte Sorte von fondsgebundenen Lebensversicherungen unterscheiden und zwar solche, die einerseits die "Qual der Wahl" des Kunden durch klar strukturierte Vorschläge von Kombinationen von Fonds vereinfachen, andererseits aber keine zusätzlichen Fondsmanager einsetzen. Solche Policen können etwa Strategiedepots beinhalten, welche dem Kunden die Möglichkeiten bieten, eine optimierte Zusammenstellung von Fonds auszusuchen. Die Strategiedepots setzen unterschiedliche Schwerpunkte, die jeder Kunde gemeinsam mit dem Berater leicht beurteilen kann. Der Kunde ist gut beraten, wenn er eine einmal getroffene Auswahl auch durchhält und nicht bei kurzfristig immer möglichen Kurseinbrüchen das Anlagekonzept verändert oder gar abbricht. Des weiteren ist die Flexibilität der Police zu werten. Je mehr Möglichkeiten gegeben sind, dem Vorsorgegedanken Rechnung zu tragen, desto besser die Police. Wichtig ist natürlich auch, dass das Vertragswerk übersichtlich und klar gestaltet ist. Zum Schluss sollte man auch die Kosten bewerten. Dabei ist jedoch der Umfang der Dienstleistung zu den Kosten ins Verhältnis zu setzen und zu beachten, dass letztlich die Kosten von untergeordneter Bedeutung sind, wenn eine Anlage-Strategie mit höherer Rendite gewählt wird.

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