Formel für Vermögenaufbau

Verfasst am | November 7, 2009 | 3 Comments

Über Altersvorsorge bestehen bei den Bundesbürgern allgemeine, grundlegende Missverständnisse. Es gibt die gesetzliche Rentenversicherung, die eine Altersrente zahlt, vorausgesetzt, man hat Anspruch auf eine solche. Vielleicht ist es auch dieser Begriff "Sozialversicherung", der bei den Leuten den Irrtum verursacht hat, dass Altersvorsorge etwas mit Versicherungen, vor allem mit der kapitalbildenden Lebensversicherung, zu tun habe. Aber:

Altersvorsorge ist kein Versicherungs-, sondern ein Problem von Geld und Vermögensbildung!

Möglichkeiten der Altersvorsorge sind

  • Banksparplan
  • Investmentsparen
  • Bausparvertrag
  • Geldwerte (Münzen)
  • Lebensversicherung
  • Sachwerte (Antiquitäten)
  • privaten Rentenversicherung
  • Kunst (Bilder, Skulpturen)
  • gesetzlichen Rentenversicherung
  • Edelmetalle (Gold, Platin)
  • betriebliche Altersversorgung
  • Schmuck
  • eigene schuldenfreie Wohnung
  • Edelsteine, Brillanten
  • Mietimmobilien
  • Aktien

Finanzplanung und Geldanlage

Finanzplanung ist ein Problem, das jeder schon in jungen Jahren angehen sollte. Hier ist, je nach Mentalität, zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden: „Das Geld auf den Kopf hauen oder sparen.“ Von den beiden ist die Erste gar kein Problem, sondern erst wenn man älter ist. Dann wird es einem vermutlich schlecht gehen. Die zweite bringt dagegen das lebenslange Problem, das Geld wie vernünftig anlegen. Für beide Typen brauch man als erstes Grundinwissen über die Wirkungen von Zins und Zinseszins und sowie die Wirkung der Inflation. Statt alles Geld für Urlaub, Auto und anderes auszugeben, könnte man vielleicht 3.000 Euro im Jahr sparen. Diese 3.000 Euro imJahr, auf einem Sparbuch (schlecht) oder in einem Aktienfonds angelegt (gut), würden bei einem Zinssatz p.a.

4 %

5,5 %

7 %

10 %

in 10 Jahren

37.500 €

41.000 €

44.500 €

52.500 €

in 20 Jahren

93.000 €

110.500 €

132.000 €

189.000 €

in 30 Jahren

175.000 €

229.000 €

303.000 €

543.000 €

Die Formel für Vermögen ist einfach. Viel Zeit mal wenig Geld oder wenig Zeit mal viel Geld. An dieser Formel führt kein Weg vorbei! Nimmt man als Beispiel Adam (55 Jahre) und seine Tochter Eva (18 Jahre). Jeder will mit 60 Jahren eine Million € Geldvermögen besitzen. Beide investieren ihre Sparbeiträge in internationale Aktienfonds mit einer (angenommenen) Rendite von 10 Prozent jährlich. Adam muß, um sein Ziel zu erreichen, 5 Jahre lang monatlich rund 13.000 € sparen, Eva dagegen lediglich knapp 130 €. Während sie 65.520 € spart, muss ihr Vater 780.000 € aufwenden. Wartet Eva noch zwei Jahre (weil sie keinen Geldunterricht an ihrer Schule bekommt und es deshalb nicht weiß) und beginnt erst dann zu sparen, sind monatlich bereits knapp 160 € nötig. Wartet sie bis zu ihrem 25. Lebensjahr und hat somit "nur" noch 35 Sparjahre, sind bereits über 260 € monatlich notwendig.

Nochmals: Die wichtigste Formel lautet also: Viel Zeit mal wenig Geld oder wenig Zeit mal viel Geld. Das bedeutet für Kinder oder Jugendliche: Jedes Jahr, jeden Monat, und jeden Tag zum Sparen nutzen. Der erste Spartag ist der wichtigste Tag im Sparleben. Es ist wichtig, noch heute anzufangen mit sparen.

Inflation (Kaufkraftverlust): Wer brav Gelder mit einem Zins von 4 Prozent anspart, hat am Ende kaum eine Realrendite; denn die durchschnittliche Inflation lag in den letzten Jahrzehnten bei ungefähr 4 Prozent. Wer sein Geld in Kapitalversicherungen einzahlt, hat am Ende nicht viel mehr. Er erhält zwar mehr als er eingezahlt hat, was aber, an der jeweiligen Kaufkraft gemessen, nicht viel mehr ist als das von ihm selbst gesparte. Beispiel: 100.000 Euro sind an Kaufkraft in 30 Jahren noch ca. 40.000 Euro wert.

Merke: Klar soll man für schöne Dinge, die man sich schon immer gewünscht hat, auch mal Geld ausgeben, aber das Geld, das man in jungen Jahren spart, bringt die meisten Zinsen und Zinseszinsen

T x G = V

t = Zeit

G = Geld

V = KapitalVermögen

Das heißt, wer in jungen Jahren zu sparen anfängt, kommt mit kleinen Sparbeiträgen weit. Hat man Kapital, kann man schon weiter planen. Die Zeit, die man benötigt, um das angelegte Kapital zu verdoppeln berechnet man nach folgender Formel:

72 geteilt durch den Zinssatz = Anzahl der Dauer in Jahren

z.B. werden aus 10.000 € in 12 Jahren 20.000 €, wenn der Zins 6% p.a. beträgt (72 / 6) oder der Zins muss 12 % betragen (72/12), wenn in 6 Jahren der Betrag verdoppelt werden soll.

Derjenige, der sein Geld verprasst, hat diese Sorgen nicht. Er wird erst im Alter Geldsorgen bekommen, es sei denn er macht eine große Erbschaft.

Zur konkreten Geldanlage (was wann wo anlegen, was wann kaufen oder verkaufen) kann man keine allgemein gültigen Informationen geben. Das ist im Grunde ein Tagesgeschäft.

Über die jeweils aktuell besten Geldanlagen sollte sich jeder über das Lesen mehrerer Wirtschaftsmagazine (FINANZtest, Capital, Wirtschaftswoche, Geldidee usw.) informieren und sich daneben einen oder mehrere Berater bei mehreren Geldinstituten aufbauen (die man lange Zeit genau testen und deren Empfehlungen man mit denen aus den Wirtschaftsmagazinen vergleichen sollte).

Auch hier ist dringend zu warnen vor den hausierenden "Beratern", auch vor Freunden und Bekannten. Bei Geld (und Versicherungen) hört die Freundschaft auf!

Bei der Geldanlage sollten vor allem Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit (Flexibilität, Liquidität) des Geldes oder Vermögens beachtet und abgeschätzt werden. Und welche Ziele sollen erreicht werden - z. B. kurzfristiges Ansparen für Anschaffungen, mittelfristiges Ansparen von Eigenkapital zum Erwerb von Wohneigentum (oder einer Immobilie zur Vermietung), oder eine langfristige Dauer-Geldanlage. Für alle Anlageziele stehen die unterschiedlichsten Geldanlagen zur Verfügung.

kurzfristig

Sparen für Anschaffungen

mittelfristige

Geldanlagen

langfristige Geldanlagen

Termingeld

Bundesschatzbriefe

Finanzierungsschätze

Sonder-Sparverträge

Aktien- / Rentenfonds

öffentliche Anleihen

Kommunalobligationen

Pfandbriefe

festverzinsliche Wertpapiere

Bundesschatzbriefe

Finanzierungsschätze

Kapitalversicherungen (selten)

Bausparen (Prämie)

Wertpapier-Sparverträge (Sparzulage)

Direktversicherungen

Wohneigentum

Mietimmobilien

Aktien, Aktienfonds

Immobilienfonds

Sofortrente (Versicherung)

Bei Bausparverträgen und Versicherungen heißt es: VORSICHT! Hier wird von Vermittlern, Drückern und "Beratern" oft falsch beraten.

Zum Bausparen ist zu sagen, dass Bausparsumme, Laufzeit und Einzahlungen in einem richtigen Verhältnis stehen müssen, das heißt: Bis zum Baubeginn oder bis zum Kauf eines Hauses sollten 40 Prozent der Bausparsumme angespart sein, um teure Zwischenfinanzierungen zu vermeiden. Auf den Bausparer kommen übrigens später hohe Belastungen zu. Er muss das zinsgünstige Bauspardarlehen sehr schnell zurückzahlen.

Natürlich sollte das Wohneigentum bis zum Rentenbeginn schuldenfrei sein. Man sollte nicht bis zum Alter 65 damit warten.

Sparer mit mittel- und langfristigen Sparzielen sollten sich auch eingehend über Investmentfonds informieren. Hier kann sich der Anleger auch mit kleinen Beträgen indirekt an vielen Unternehmen und an den Erfolgen (Gewinnen) der Wirtschaft insgesamt beteiligen. Der Anleger kann sich nach intensiver Beratung durch ein Geldinstitut oder freien Berater für einen oder mehrere Fonds entscheiden. Der unschlagbare Vorteil für eine Beratung durch ein Geldinstitut oder einenqualifizierten Berater: Dieses haftet für Falschberatung und ist - im Gegensatz zu einem hausierenden "Vertreter / Vermittler" - nach Jahren noch greifbar! Lassen Sie sich deshalb die Ratschläge aller "Berater" immer schriftlich (Beratungsprotokoll geben, möglichst mit Begründung (aus Gründen der Beweissicherung für die evtl. Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen wegen Falschberatung).

Viele Fonds haben über Jahrzehnte sehr gute Renditen (mehr als 8 Prozent pro Jahr) erbracht. Über die Ergebnisse der einzelnen Fonds geben Ergebnislisten, die man kostenlos beim BVI, (Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften, www.bvi.de) Auskunft erhalten kann.

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Kommentare

3 Responses to “Formel für Vermögenaufbau”

  1. Sanne
    Mai 3rd, 2010 @ 19:25

    Eine tolle alte Formel ;)
    Sanne, http://www.geldanlage-vergleich.net/sparplan/

  2. Informisten
    Mai 28th, 2010 @ 19:45

    Über solche oder ähnliche Themen könnt ihr euch auch bei informisten.de austauschen. Die Informisten Plattform ist ein europaweites, interaktives soziales Netzwerks, zum Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen Verbrauchern mit wirtschaftlichen und sozialen Schäden.

  3. Torben
    Juni 1st, 2010 @ 09:57

    Ich hab auf http://www.investmentsparen.net/geldanlage-vergleich.html mal versucht, eine Matrix aufzustellen, welche Anlegern die Eigenheiten der verschiedenen Anlageformen aufzeigt. Wär vielleicht für den einen oder anderen einen Blick wert.

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