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Forward-Darlehen als Möglichkeit der Zinssicherung

Verfasst am | April 29, 2009 | Keine Kommentare

Immobiliendarlehen sind in der Regel langfristig, ihre Laufzeiten erstrecken sich zwischen 20-30 Jahren. Allerdings erhalten Darlehensnehmer nicht während dieser gesamten Zeit die Zusicherung der Bank über den Zins. Die Zinsbindungsfrist wird vielmehr nur für 5-15 Jahren gewährt, im Anschluss daran sind die Konditionen neu zu vereinbaren. Sofern die Zinssätze bis zum Zeitpunkt der Prolongation gestiegen sind, müssen Kreditnehmer mitunter höhere Monatsraten kalkulieren.

Aktuell herrscht in Europa aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise ein historisch niedriges Zinsniveau. Hiervon können in erster Linie Kreditnehmer profitieren, denn die Zinssätze haben sich seit ihren vormaligen Höchstständen im Sommer 2008 stark reduziert. Obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise wohl noch einige Zeit andauern wird, steigen die Kreditzinsen für langfristige Darlehen seit etwa Anfang März wieder moderat an. Der Grund hierfür ist vor allem die steigende Staatsverschuldung und somit die hohe Nachfrage nach diesen Darlehen. Gleichzeitig versuchen die Banken natürlich auch, durch höhere Margen Verluste aus dem Jahr 2008 zu kompensieren. Kreditnehmer, die also nicht das Glück haben, jetzt eine Anschlussfinanzierung wählen zu können, müssen in einigen Monaten wohl mit höheren Zinsen rechnen. Zudem gehen Experten nach dem Ende der derzeitigen Krise ohnehin wieder von steigenden Zinssätzen aus.

Um nicht von stark steigenden Zinsen in der Zukunft überrascht zu werden, können Kreditnehmer schon heute handeln. Eine Möglichkeit der Zinssicherung bieten Forward-Darlehen. Diese Darlehen sind klassische Annuitätendarlehen mit einer festen Zinsbindungsfrist sowie einem anfänglichen Tilgungssatz, deren Auszahlung jedoch nicht bereits jetzt erfolgt, sondern erst mit Ablauf der Zinsbindung beim aktuell bestehenden Darlehen. Die Zinsen für das Darlehen werden also schon heute vereinbart, die Rückzahlung beginnt jedoch erst in der Zukunft. Die Banken bieten Forward-Darlehen mittlerweile mit einer Vorlaufzeit von bis zu 36 Monaten an. Somit können Kreditnehmer also schon drei Jahre vor dem Kreditablauf die Anschlussfinanzierung vereinbaren.

Neben dem Vorteil der Zinssicherung sollte bei der Aufnahme des Forward-Darlehens allerdings beachtet werden, dass diese Darlehen natürlich auch Kosten verursachen. Je nach Kreditinstitut werden für jeden Monat, der bis zur Auszahlung des Darlehens vergeht, ein Zinsaufschlag zwischen 0,02-0,04% erhoben. Dies ist auf den ersten Blick zwar nur ein kleiner Aufschlag, bei einer Forward-Zeit von 36 Monaten summiert sich dieser Betrag jedoch schnell auf 0,72-1,44%. Des Weiteren kann sich das Zinsniveau entgegen der derzeitigen Erwartungen auch nach unten verändern. Sollten die Zinsen bei Darlehensablauf unter denen des Forward-Darlehens liegen, bedeutet das für Darlehensnehmer Verluste, eine Nichtabnahme des Darlehens würde ebenfalls hohe Kosten verursachen. Fazit: Das Forward-Darlehen bietet gerade beim derzeitigen Zinsniveau gute Möglichkeiten der Zinssicherung. Allerdings birgt es auch Risiken, denn es ist quasi eine Wette auf steigende Zinsen.

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