Familie als Steuersparmodell

Das bleibt in der Familie.

Eine ganz neue Bedeutung bekommt diese Redewendung in Sachen Steuer sparen. Der Sohn als Mieter in der Eigentumswohnung, die Ehefrau als Arbeitskraft in der Firma und der Bruder als Darlehensnehmer: Familien können viel Geld sparen, wenn sie untereinander geschäftliche Vereinbarungen treffen.FREMDVERGLEICH: Verträge mit Angehörigen unterliegen dem sogenannten Fremdvergleich. Im Klartext: Die getroffenen Vereinbarungen müssen fremdüblich sein, also auch bei Arbeitnehmer gelten, die nicht zur Familie gehören. Das sind z. B. bei einer Vermietung laufende Mietüberweisungen, bei einem Arbeitsverhältnis die üblichen Lohn- und Sozialabgabenzahlungen oder bei einem Darlehensnehmer eine tatsächliche Tilgung für des Kredits.

Tipp: Schriftliche Verträge sind oftmals keine Pflicht. Doch Experten raten aus Beweisgründen zur Schriftform.

MIETVERTRÄGE: Wohnt der Sohn in der Eigentumswohnung des Vaters zur Miete, profitieren beide – der eine spart Mietkosten, der andere Steuer. Im Mietvertrag müssen Mietobjekt, Kaltmiete und Nebenkosten festgelegt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Nettomiete mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Preisniveaus für vergleichbaren Wohnraum beträgt – nur dann erkennt das Finanzamt alle Werbungskosten an.

ARBEITSVERTRÄGE: Arbeitet die Gattin oder der Gatte in der Firma des Ehepartners auf 450 Euro-Basis, hat das einen großen Vorteil: Die Lohnzahlung bleibt in der Familie, das Gehalt an den Partner in Höhe von bis zu 5.400 Euro pro Jahr lässt sich als Betriebsausgabe verbuchen. Auch hier gilt wieder der Fremdvergleich. „Der nahe Angehörige sollte nicht mehr bekommen als fremde Mitarbeiter in vergleichbaren Positionen“, sagt die Münchener Steuerberaterin Erika Wacher. Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie Ihren Angehörigen einen Stundenzettel führen lassen.

SPARERPAUSCHBETRAG: Bis zu 801 Euro Zinseinnahmen im Jahr sind steuerfrei. Darüber hinaus werden 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag fällig. Elte mit hohen Zinserträgen sparen kräftig Steuer, wenn sie einen Teil des Familienvermögens frühzeitig auf ihre Nachkommen übertragen. Die Zinserträge je Kind dürfen den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro sogar deutlich überschreiten, ohne dass Steuer anfällt: Denn Kinder haben wie alle Steuerbürger einen Einkommensteuer-Grundfreibetrag von 8.652 Euro.

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