Geldanlage, Kredite und Immobilienfinanzierung im Niedrigzinsumfeld

Die Zinsen in Europa befinden sich auf einem sehr niedrigen Niveau. In der folgenden Erläuterung möchten ich Ihnen die Gründe, Auswirkungen, Risiken und Chancen dazu erläute.

Was sind Gründe für das aktuelle niedrige Zinsniveau?

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (der im Rahmen ihrer Geldpolitik einseitig festgelegte Zinssatz, zu dem sie mit den ihr angeschlossenen Kreditinstituten Geschäfte abschließt) und auch die Umlaufrendite (durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen, inländischen festverzinslichen Wertpapiere (Anleihen) erster Bonität, also v. a. Staatsanleihen) befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Das hat direkte Auswirkungen auf die in Deutschland typischen Geldanlagevarianten „Versicherung“ und „Banken“.

Welche Auswirkungen hat niedriges Zinsniveau auf Banken und Versicherungen?

Aufgrund des günstig erhaltenen Geldes können die Banken Geld günstiger verleihen, um damit u.a. die mittelständische Wirtschaft anzukurbeln. Da Geld günstig zu leihen ist wird es nun in Folge dessen auch zu einem schlechteren Zinssatz angelegt. Der Zinssatz der Geldanlage befindet sich nahezu immer unter dem des Bankkredites, da die Bank sonst keine Gewinne erwirtschaften würde.

Versicherungen wiederum sind aufgrund der Basel-Richtlinien dazu verpflichtet, ihr Geld „sicherer“ anzulegen. „Sicherer“ bedeutet hierbei, dass man in Staatsanleihen höchster Bonität (also bspw. Deutsche Staatsanleihen) investieren muss. Eine deutsche Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit erreicht zurzeit eine Rendite von unter 2%. Da die Garantien für ältere Versicherungen teilweise bei über 3% liegen ergibt sich hierbei insbesondere für Neukunden ein Problem. Der Garantiezins wurde bereits mehrfach gesenkt und über eine Abschaffung wird bereits diskutiert. Eine Garantie ist immer nur so stark wie der Garantiegeber, wobei ein weiterer Abfall der Staatsanleihen-Rendite viele Versicherungen schwächen dürfte.
Inflation und Bundenanleihen

Die Renditen klassischer Geldanlagen, wie Spar- und Termingelde sowie Staatsanleihen erster Bonität liegen unter der Inflationsrate. Das angelegte Vermögen verliert an Kaufkraft, der reale Wert sinkt: Es entsteht die sogenannte Realzinsfalle!

Was bedeuten niedrige Sparzinsen für Altersvorsorge?

Die Anlage in klassischen Lebensversicherungen ist und wird aufgrund der oben beschriebenen Ereignisse immer weniger lukrativ. Die Garantien befinden sich unter dem Inflationsniveau, so dass man „garantiert verliert“. Eine Alteative bieten hierbei Aktien oder auch fondsbasierte Lösungen. Das Investment in einzelne Aktien sollte hierbei nur bei genügender Erfahrung und genügend Kapitalrücklage getätigt werden. Eine breite Streuung ist hier wie in fast allen Fällen von Vorteil. Für Kleinanleger bieten sich je nach Laufzeit Aktienfonds oder Mischfonds an (Aktien und festverzinsliche Anleihen im Mix), die auch bei geringem Investment eine breite Streuung gewährleisten. Meine eigene Altersvorsorge basiert auf 20 Aktienfonds und meine Geldanlage über den Zeitraum 5-10 Jahre beinhaltet 3 Mischfonds und 3 Aktienfonds. Eine Rücklage von 3 Monatsgehälte befindet sich auf meinem Konto.

Sparen Sie für’s Alter so betrachten Sie Ihr Vermögen nach Infaltion: Konkret bedeuten 2 % Inflation, dass nach 20 Jahren ein Drittel und nach 35 Jahren die Hälfte der Kaufkraft verloren ist. Anders formuliert: 100 Euro sind in 20 Jahren nur noch 67 Euro wert. Lesen Sie doch Ihre Renteninformation genau auf der zweiten Seite durch.

Ist die Kreditaufnahme insbesondere Immobilienfinanzierung sinnvoll?

Das niedrige Zinsniveau ist ein Nachteil für Geldanleger und ein Vorteil für Kreditnehmer. Wenn Sie bereits über eine höheren Schuldenberg verfügen bietet sich hierbei ggf. die Chance auf eine Ablösung zu einem niedrigeren Zinssatz. Wer mehr als 6% Zinsen im Jahr zahlt sollte auf jeden Fall diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Wenn Sie einen Konsumkredit aufnehmen möchten und noch nicht verschuldet sind achten Sie darauf, eine große Auswahl an Banken, Makle oder auch Kreditplattformen zu konsultieren. Realistisch sind hier 4-6% Kreditzinsen für einen Normalverdiener.
Bei der Hausfinanzierung können sogar regelmäßig Zinsen von unter 3% realisiert werden. Dabei ist auch wieder eine große Auswahl an Anbiete von Vorteil und auch das Einbeziehen von besonders günstigen KfW-Krediten.

Gibt es heute Alteativen im Bereich der Finanzlandschaft?

Sie können natürlich von Bank zu Bank laufen und sich undurchsichtige Verträge erläute lassen. Allerdings bietet sich auch die Möglichkeit Online-Plattformen zu nutzen, die einem zeitsparend und effektiv diesen Vergleich abnehmen. Dazu zählt zum Beispiel die Kreditbörse www.smava.de, die Umschuldung, Ratenkredite etc. von Banken und auch von Privatleuten ermöglicht. Kredite ausschließlich von Privat zu Privat bietet wiederum www.auxmoney.com, wobei hierbei auch Geldgeber gesucht werden, die auf dieser Seite investieren können. Wenn man als Selbstständiger oder Firmenbesitzer nach einer Finanzierung sucht kann man auch neben seiner Hausbank auf Plattformen wie Finaboo Firmenkredite zurückgreifen. Hierbei bietet sich die Möglichkeit Kredite aufzunehmen, Forderungen zu verkaufen, verschiedene Leasinganbieter zu vergleichen und vieles mehr.

Fazit

Wie nahezu überall liegen Chancen und Risiken vor. Nutzen Sie die Chancen und vermeiden Sie die Risiken! Investieren Sie nicht in klassische Lebensversicherungen, sorgen Sie lieber fonds- oder indexbasiert oder mit Aktien vor und achten Sie auf eine breite Streuung. Im Bereich Kredite sollten Sie die immer größer werdende Auswahl – auch im Inteet – nutzen und sich günstig mit Geld eindecken, jedoch auf keinen Fall zu große Summen aufnehmen. Das gilt selbstverständlich auch für die Hausfinanzierung oder aber die Firmenfinanzierung. Seien Sie realistisch und planen Sie Ihre Finanzen – egal ob als Firmenbesitzer oder Privatmann – mit bedacht und fällen Sie Entscheidungen nach ausgiebiger Überlegung.

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