Was darf ein Auto kosten?

Wer auf der Suche nach einem neuen Auto ist, hat sich sicherlich schon gefragt: „Was darf ein Auto mich kosten?“ Oder anders ausgedrückt: „Wie viel Auto kann ich mir leisten?“

Was  ein Auto kosten darf

Da ich gerade in solcher Situation stecke, fehlt einem die Entscheidung für ein erschwingliches und gleichzeitig neuwertiges Auto nicht leicht. Ein neuer Mittelklasse-PKW ist heute unter 20.000 Euro ist nicht zu bekommen.

Andererseits ist ein Auto ab 20.000 Euro nur etwas für jemanden, der das Geld hat und dieses zumindest mit einer hohen Anzahlung in bar aufbringen kann, ohne seine Ersparnisse gleich zu plündern.

Natürlich ist sehr schwer und langwierig bis man 20.000 Euro oder mehr angespart hat. Auch einige Faustformeln helfen da wenig weiter.

Bei der letztendlichen Entscheidung – was  ein Auto kosten darf – hilft nur gesunder Menschenverstand und ein wenig Finanzmathematik.

Jemand der ein Auto, das heute rund 20.000 Euro kostet und über 4 Jahre zu 4% eff. finanziert, zahlt 450,94 Euro pro Monat.

Kreditbetrag: 20.000 Euro
Laufzeit der Ratenzahlungen: 48 Monate
Die erforderliche regelmäßige Rate beträgt: 450,94 Euro (monatlich)
Nominaler Jahreszinssatz: 3,93% p.a.
Zinsen und Gebühren gesamt: 1.645,19 Euro
Gesamtaufwand: 21.645,19 Euro
Effektiver Jahreszinssatz: 4,00% p.a.

Eine solche monatliche Belastung kann sich ein Single mit einem Durchschnittseinkommen von 2.500-3.500 € brutto bzw. eine Familie mit Kinder in der Regel nicht leisten. Meist liegen die maximale mögliche Belastung bei weniger als 350 Euro im Monat. Hier bleibt dann nur die Laufzeit bis auf 5 Jahre zu verlängern, um ein 20.000 Euro teures Auto fahren zu können. Es gibt aber auch eine weitere Möglichkeit, mehr Auto für kleine Rate zu bekommen.

Ballonfinanzierung

Bleiben wir bei oberen Beispiel: Hier wäre eine Finanzierung mit Schlussrate (Ballonfinanzierung) in Höhe von zum Beispiel 7.000 Euro durch aus interessant.  So muss der Käufer nur noch 293 Euro jeden Monat abdrücken.

Kreditbetrag: 20.000 Euro – 7.000 Euro = 13.000 Euro
Laufzeit der Ratenzahlungen: 48 Monate
Die erforderliche regelmäßige Rate beträgt: 293,11 Euro (monatlich)
Nominaler Jahreszinssatz: 3,93% p.a.
Zinsen und Gebühren gesamt: 1.069,37 Euro
Gesamtaufwand: 14.069,37 Euro
Effektiver Jahreszinssatz: 4,00% p.a.

Auch diese Rate scheint für die meisten zu hoch und kann nur schwer getragen werden.  Außerdem bleibt noch die Frage zum Schluss offen, wie die Restschuld von 7.000 € getilgt werden soll. Wenn das Auto nach 4 Jahren verkauft werden soll (hoffentlich zu diesem Restwert), fängt das Spiel erneut an.

Das Auto muss bezahlbar bleiben!

Als Faustformel: Nicht mehr als 3 (Brutto-) Monatsgehälter für ein Auto ausgeben.
D.h. bei einem Bruttoeinkommen von 3.500 Euro darf man nicht mehr als 10.500 Euro für ein gebrauchtes Auto ausgeben. Dann kann das die Lösung sein und das Auto kann bezahlbar sein. Die Finanzierung kostet dann nur noch 180 Euro pro Monat. Nach 4 Jahren ist das Auto komplett abbezahlt und hat noch einen Restwert von mind. 3.500 Euro.
Ja, dafür gibt es Autos auf dem Automarkt.

3 Antworten auf „Was darf ein Auto kosten?“

  1. Das bedeutet, jemand der ein 50T€ Auto hat, verdient 16.666 € Brutto im Monat?\r\nLaut der Rechnung müsste es auf den Straßen kaum Autos über 10T€ geben, Vernunft hin oder her.. ich kenne allerdings viele die (ohne Verschuldet zu sein), klarerweise mit Kredit als Normalverdienende 20-30T€ Wägen gekauft haben und mit dem Kauf ihre Existenz nie gefährdeten oder so. \r\n\r\nDie Sache ist die, dass es nicht sich „nur um Bruttogehalt (oder Gehalt generell)“ handeln kann.. Denn sagen wir mal ein SIngle hat 1500 € Netto und ihm bleiben davon (nach Miete, Unterhaltkoste usw. usw) 200 € übrig, verdient jemand 1700 € dann hat man „nur“ 200 € mehr im Monat, bezogen aber auf diese „freie Summe“ sind es schon 400 € (also DOPPELT so viel) => bei 2000 € sinds 700€ und 2300 € Netto ist es 1000€ die man frei verwenden kann. Es bedeutet natürlich nicht, dass man 1000 € 100%ig ins Auto reinstecken soll, aber einer mit 2300€ Netto kann sich deutlich mehr Leisten, als einer mit 1500€ .. Laut der Rechnung im Blog, könnte sich aber der 1500er => 4500€ Auto leisten und 2300er => 6900€ … und das sit.. hmm, naja.

  2. Danke Roman für dein Kommentar.\n\nDa würde ich dir nicht zustimmen, da deine Rechnung zu kurz greift. Man kann auch sagen, dass auch ein Millionär arm ist, wenn er 1 Mio. jeden Monat bekommt und 1.000.001 ausgibt ärmer ist als einer, der noch 200 € am Monatsende übrig hat. Natürlich geht es darum, was kann ich mir leisten. Kann ich mit meinem Einkommen in den nächsten 3-5 Jahren fest rechnen? Kann ich meine fixe Kosten in dieser Zeit bezahlen, ohne dass es zu unvorhersehbaren Ausgaben kommt? Bin ich persönlich und mein Einkommen gegen Schicksalsschläge gut abgesichert? Habe ich noch Geld um zu Leben (Freizeit, Bildung, Freunde etc.) anstatt nur zu konsumieren? Kann ich 10% meines Einkommen jeden Monat beiseite legen? Wenn dann noch Geld übrig hast, dann kann man für sich ausrechnen, was ein Auto kosten darf. Denn die mtl. Rate (also der Restbetrag) sind ja dann fix, die Laufzeit gegebenenfalls sowie der Kreditzins. Mit vier bekannten Größen, kann man die fünfte Unbekannte (Kredithöhe) für sich ausrechnen. \n\nGrüße\nAlex

  3. Hallo, momentan stehe ich auch vor dieser Entscheidung. Entweder den 14 Jahre alten wieder Reparieren oder einen Neuwagen (Jahreswagen etc.).\r\nDie günstigeste Möglichkeit, wäre die Reparatur, doch wo hört das auf und wie lange hat man Ruhe?\r\nBei einem Gehalt von 1600 Euro Brutto * 3 Jahre, kommt man grade auf 4800 Euro. Wobei Brutto wieder unfug ist, da man ja etwas vom Netto über haben muss um an diese Rate zu kommen (Sprich 4 * Netto?).\r\nDer aktuelle Automarkt bietet kaum etwas unter 8 Jahre und 5000 Euro an. So könnten Kleinwagen verlockend sein. Zwischen 8000 – 10000 Euro gibt es da oft 5 – 7 Jahre Garantie. Doch das hat wieder Nachteile. Vollkaskoversicherung ist teurer als Haftplicht und die Inspektionen müssen ebenfalls eingehalten werden um die Garantie nicht zu verlieren.\r\nSollte man sich das mal durchrechenen, spart man bei einem alten vllt die zurück gelegten Reparaturkosten (da nicht in regelmäßigen Abständen etwas anfällt).\r\nBei einem Neuen weiß man fix was er kostet (Höhere Versicherung, hoher Wertverlust, Inspektionen, Finanzierung).

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