Welche Versicherungen und Sparverträge sind sinnvoll?

Checkliste für die sinnvolle Reihenfolge beim Abschluss von Finanzverträgen

Eines ist klar: Niemand kann alle Spar- und Versicherungverträge auf einmal
abschließen. Daher muss eine möglichst sinnvolle Reihenfolge gewählt werden, um nach und nach eine gute finanzielle Grundlage aufbauen zu können.
Bei dieser Checkliste gehen wir davon aus, dass jemand (zum Beispiel als Azubi) noch keinerlei Verträge hat…

 Das muss es an Versicherungen sein:

  • An erster Stelle steht der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung.
    Bereits eine kleine Unachtsamkeit kann nahezu unabsehbare finanzielle Folgen haben, denn nach § 823 BGB haftet jeder für Schäden, die er anderen
    vorsätzlich oder fahrlässig zufügt, in nicht begrenzter Höhe.
  • Danach folgt der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitversicherung.
    Die eigene berufliche Tätigkeit ist bei den meisten Menschen die Grundlage von Einkommen und Vermögen. Fällt diese Quelle weg, droht der soziale Abstieg und die Abhängigkeit von den sozialen Sicherungssystemen. Für den Fall der Berufsunfähigkeit sollte daher unbedingt eine Berufsunfähigkeitversicherung abgeschlossen werden. Die Berufsunfähigkeitversicherung möglichst frühzeitig abzuschließen.
  • Eine Krankenversicherung gehört selbstverständlich ebenfalls zu den
    Pflichtversicherungen. Zu groß ist die Gefahr, durch eine Krankheit in finanzielle Not zu geraten. Wer im Angestelltenverhältnis arbeitet, dürfte sowieso pflichtversichert sein.
    Für Selbständige gilt es, nicht der Versuchung zu unterliegen sich aus der
    Krankenversicherung heraus zu mogeln.
  • Für alle, die eine Familie zu versorgen haben oder eine laufende Immobilienfanzierung haben gehört die Risikolebensversicherung ebenfalls zu den Pflichtversicherungen. Sobald jemand von Ihnen wirtschaftlich abhängig ist, haben Sie die moralische Pflicht, dafür zu sorgen, dass es Ihren Lieben auch dann gut geht, wenn Sie von ‚Ihrem Recht auf Ableben‘ gebraucht machen.

Jetzt geht es an das Pflichtsparen:

  • Ihr Girokonto braucht ein Guthaben von einem bis zwei Monatsgehalt.
    Nichts kostet Sie mehr Geld als der teure Überziehungzins.
  • Danach gehören zwei bis drei weitere Nettomonatsgehälter auf ein
    Tagesgeldkonto, damit unvorhergesehene Ausgaben nicht sofort zu kleinen
    Katastrophen führen. Solange diese Rücklagen nicht da sind, brauchen Sie
    keinen anderen Sparvertrag abzuschließen.
  • Nutzen Sie jetzt Ihre vermögenswirksamen Leistungen aus und sichern Sie sich auch einen eventuellen Arbeitgeberanteil. Achten Sie darauf, dass Sie die
    höchstmögliche Sparzulage oder Steuerersparnis vom Staat erhalten
  • Langsam wird es auch Zeit für Ihre private Altersvorsorge. Sichern Sie sich
    zum Beispiel die Riesterrente und schließen Sie möglichst schnell eine
    zusätzliche, fondsgebundene Rentenversicherung ab. Für Selbständige ist eine private fondsgebundene Rürupp-Rente wegen der Absetzbarkeit ein Muss.
  • Schaffen Sie sich jetzt weitere Rücklagen für Anschaffungen wie ein neues
    Auto, Urlaubsreisen und Ihre Hobbys. Für diese Anschaffungen dürfte in den
    meisten Fällen ein Tagesgeldkonto oder aber eine kurzlaufende Fonds (z. B.
    offene Immobilienfonds) die passende Sparform sein.

Und dann geht es zum Kannsparen über:

  • Jetzt können Sie in Rentenwerte, offene Immobilienfonds und Aktienfonds
    investieren. Dabei achten Sie bitte bewusst darauf, keine zu hohen Gebühren zu bezahlen. Es ist jetzt auch an der Zeit, ein Depot bei einer Depotbank zu
    eröffnen und dieses immer fleißig zu füttern.
  • Wenn Sie einmal in die eigenen vier Wände einziehen möchten, sollten Sie
    versuchen, einen möglichst hohen Anteil an Eigenkapital zusammen zu bringen. Die geeigneten Sparformen richten sich hierbei nach Ihrer Anspardauer, also nach der Zeit die Ihnen bis zum Erwerb der eigenen vier Wände vorschwebt.

Welche Verträge durchaus auch noch Sinn machen können:

  • Eine Betriebsrente (wenn man beabsichtigt in diesem Betrieb zu bleiben)
  • Eine private fondsgebundene Rürupp-Rente (wenn Riester voll ausgeschöpft ist)
  • Priate Pflegeversicherung (wird immer wichtiger)
  • Private Unfallversicherung für Kinder
  • Krankenzusatzversicherungen (Zähne/Ambulant und Auslandsreiseversicherung)
  • Wohngebäude- und Hausratversicherung

Was kein Mensch wirklich dringend braucht:

  • Unternehmensanleihen
  • Wandelanleihen
  • Risikoreiche Aktien und Aktienfonds
  • Garantiefonds
  • Discount- Garantie- Turbo- und Bonuszertifikate
  • Edelmetalle aller Art
  • Bausparen
  • Private Kapitallebensversicherungen
  • Insassen-Unfallversicherung
  • Sterbegeldversicherung

In was man (unserer Meinung nach) auf keinen Fall Geld investieren sollte:

  • Hedgefonds die keine klaren Anlagerichtlinien haben
  • Geschlossene Fonds und Beteiligungen aller Art
  • Schiffsbeteiligungen
  • Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung
    (> Ausnahme 450 € Jober)

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